franz wodak – glasmosaikkunst aus pellendorf

Pellendorf

001na Blick ins Unterort ca1900Die ehemals selbständige Ortsgemeinde Pellendorf wurde auf Grund des nö. Kommunalstrukturverbesserungsgesetzes 1971 am 1.1.1972 mit der Marktgemeinde Himberg vereinigt.
Letzter Bürgermeister von Pellendorf war Johann Prendl.

Der Ortsname scheint seit frühester Zeit in verschiedenen Schreibweisen, und zwar als Pellindorf, Pellindorph, Pöllndorf auf.

Seine Nennung reicht bis circa 1108 zurück. Nach einer Traditionsnotiz des Benediktinerstiftes Göttweig noch vor dem Jahre 1091 widmete die Edle BERTHA diesem Stift „ad PELLINDORPH mansons IV liberales (vier Freihufen, ein Ackerland von circa 150 Joch). Diese Stiftung erfolgte zum Seelenheil ihres verstorbenen Gatten ALBUIERS. Obzwar diese Notiz keine Zeitangabe aufweist, ist diese Widmung offenbar identisch mit der Bestätigungsurkunde König HEINRICHS V. vom 6.9.1108.

Zufolge einer Beschreibung im Urbar Himberg aus dem Jahre 1499 war auch dieses Dorf ganz verödet und unbewohnbar – eine Folge der ständigen Einfälle aus dem Osten.

Nach der ersten Türkenbelagerung 1529 wird Pellendorf mit italienischen Ansiedlern wieder bevölkert.

Da die Steuerleistung immer mehr abnahm stoppte man den Zuzug aus Italien und betrieb die Wiederbestiftung der Höfe durch deutsche Bauern. Von den insgesamt 22 behausten Gütern befanden sich Mitte des 16. Jhd. elf Höfe in italienischen Händen.

Eine Eintragung im Vizedomischen Hauptbuch aus dem Jahre 1563 nennt erstmals die Namen von zwölf Bauern aus Pellendorf im Zusammenhang mit der Heueinbringung für die landesfürstlichen Stallungen in Wien.

Ab 1576 bemühten sich mehrere Adelige um die Übertragung der Lehensrechte für diesen Ort. Diese wurden jedoch abgelehnt, weil der Landesfürst aus Pellendorf für die „Jagerei und den Hofstall“ wichtige Nutzungen und Naturalleistungen genoss.

Das Jahr 1591 bringt uns die ersten genauen Angaben über Pellendorf.  Aufzeichnungen werden angeordnet.  Nach diesen Aufzeichnungen gehörte Pellendorf mit „22 urbar höldten“ (untertänige Holden) in das vizedomische Urbar. Der Ort gehörte dem Landesfürsten.

Im Jahre 1661 wird Pellendorf dem Grafen Franz Bernhard von Urschenbeck, kaiserlicher Kämmerer und Obrist-Hoffalkenmeister, als Gegenleistung für treuen Dienst als pfandweisen vererblichen Besitz überlassen.

Pellendorf erleidet 1683 durch die zweite Türkeninvasion schwere Schäden an Mensch und Gebäude.

Nach mehrfachem Besitzwechsel wird die Herrschaft PELLENDORF im Jahre 1710 von Konstantin Joseph von Gatterburg erworben, der den Ort mit der Herrschaft Zwölfaxing vereinigt.

Das Gut Pellendorf wird nach mehrmaligen Besitzwechsel schließlich vom Besitzer der Brauerei Schwechat, Herrn Anton Dreher, erworben und gehört noch den Nachkommen dieser Familie.

1796 Pellendorf: im VUWW an der Tristing zwischen Zwölfaxing und Himberg, ein herrschaftlicher Edelsitz und Dorf, 25 nummerierte Häuser, Poststation Schwechat, Pfarre Zwölfaxing, gehört in den Werbebezirk des Deutschmeisterregimentes. Das Landgericht übt die Herrschaft Ebersdorf an der Donau aus. Die Ortsobrigkeit besitzt die Herrschaft Zwölfaxing. Die Grundherrschaft ebenfalls Zwölfaxing.

1822 Pellendorf: im VUWW am Kaltengange zwischen Himberg und Zwölfaxing, Dorf mit einem Edelsitz, 26 Häuser, Poststation Schwechat, Pfarre und Schulort Himberg. Das Patronat ist landesfürstlich. Dekanat Laa. Werbebezirk: Infanterieregiment Nr. 49 Das Landgericht übt die Herrschaft Ebersdorf an der Donau aus. Die Obrigkeit und die Conskriptionsherrschaft besitzt die Herrschaft Zwölfaxing, die auch die Grundherrschaft innehat.

Die größte verwaltungsmäßige Veränderung brachte für die Gemeinde Pellendorf auch die mit 15.10.1938 erfolgte Eingemeindung nach Groß Wien. Der Ort gehörte bis zur erfolgten Ausgemeindung mit 30.8.1954 zum damaligen XXIII. Wiener Gemeindebezirk Schwechat und damit während der 16 jährigen Zugehörigkeit zur Stadt Wien zum lokalen Amtsbereich der Amtsstelle Himberg.

Aufgrund der nö. Kommunal-Strukturverbesserungsgesetztes aus dem Jahr 1971 wurde der Ort Pellendorf mit Wirksamkeit vom 1.1.1972 zwangsweise mit der Marktgemeinde Himberg vereinigt.

Quelle: Chronik Himberg: Josef Past

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